Aktionsmonat gegen Rassismus
Gemeinden und Organisationen aus dem Zürcher Oberland setzen zusammen ein Zeichen für Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt. Unter dem Motto «Wer sind wir» finden vom 1. bis 30. November zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen gegen Rassismus statt.
Wieso lautet das Motto «Wer sind wir»?
Das «Wir» steht für unsere Gesellschaft, in der wir in unserer Vielfalt und unseren Unterschieden miteinander verbunden sind.
Wieso gibt es diesen Aktionsmonat gegen Rassismus?
Rassismus ist Realität. Menschen werden aufgrund äusserlicher Merkmale wie Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Kultur benachteiligt. Das ist ungerecht und verletzt die Menschenwürde. Uster ist eine Stadt für alle, d.h. jede und jeder gehört dazu. Das Miteinander steht im Zentrum. Rassismus verhindert ein Miteinander und bedroht das Zusammenleben. Er betrifft uns alle, nicht nur die «Anderen». Um Rassismus zu bekämpfen, ist jede und jeder Einzelne gefragt.
Online Programm: www.wer-sind-wir.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Broschüre: Programm Aktionsmonat gegen Rassismus Zürcher Oberland 2026
Veranstaltungen in Uster
| 18.11.2026 um 15.00 Uhr |
Bankstrasse 17, 8610 Uster |
Bibliothek & Spielmobil Die Geschichte des bunten Elefanten Elmar wird als Kamishibai (Erzähltheater) erzählt. Sie lädt Kinder dazu ein, über Vielfalt, Anderssein und ein respektvolles Miteinander nachzudenken. Im Anschluss kann jedes Kind seinen eigenen bunten Elmar gestalten. Zudem gibt es einen Büchertisch mit Geschichten rund um Vielfalt, Toleranz und Freundschaft. |
| jeden Mittwoch im November von 13.30 bis 17.00 Uhr für Schulkinder ohne Begleitung Erwachsener |
Hinterwiesenweg 3, 8610 Uster |
Abenteuerspielplatz Holzwurm Am Kiosk können neben dem regulären Angebot kulinarische Spezialitäten aus verschiedenen Ländern probiert werden (kleiner Unkostenbeitrag). An der Wurmkonferenz (Kinderpartizipationsgremium) bestimmen die Kinder selber, welche kulinarischen Leckerbissen am Kiosk angeboten werden. |
| im November gemäss ÖffnungszeitenExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. |
Hinterwiesenweg 3, 8610 Uster |
Abenteuerspielplatz Holzwurm |
Die Stadt Uster lädt alle ein, am Aktionsmonat teilzunehmen und für ein friedliches Miteinander einzutreten.
Warum sprechen wir über Rassismus?
In der Menschenrechtserklärung und in der Schweizerischen Bundesverfassung steht, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind und niemand diskriminiert werden darf. Uster ist eine Stadt für alle, d.h. jede und jeder gehört dazu. Das Miteinander steht im Zentrum. Rassismus verhindert ein Miteinander und bedroht das Zusammenleben. Er betrifft uns alle, nicht nur die «Anderen». Um Rassismus zu bekämpfen, ist jede und jeder Einzelne gefragt.
Was ist Rassismus?
Ideologie und/oder Praxis, die Menschen aufgrund äusserlicher Merkmale wie Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Religion oder Kultur einteilt und hierarchisiert.
Was ist (rassistische) Diskriminierung?
Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund der oben erwähnten Merkmale. Das geschieht durch Worte und/oder Taten – absichtlich, unabsichtlich und oft unbewusst.
Wer wird diskriminiert?
Personen mit Migrationshintergrund, junge Menschen sowie Personen aus finanzschwachen Haushalten geben häufiger an, rassistische Diskriminierung zu erleben.
Wie wird diskriminiert?
Auf individueller Ebene findet Diskriminierung durch Ausgrenzung, Nichtbeachtung, rassistischen Äusserungen sowie körperliche Angriffe statt. Diskriminierung tritt aber auch auf struktureller Ebene im Arbeitsmarkt, in Schulen, bei der Verwaltung und Polizei auf.
Wo wird diskriminiert?
Diskriminierung findet in allen Lebensbereichen statt – on- und offline. Am häufigsten bei der Arbeit oder der Arbeitssuche, gefolgt vom öffentlichen Raum und der Schule/Bildung.
Unterschiedliche Behörden werden in 67% der Fälle als Ort von Diskriminierung genannt.
Was lösen Diskriminierungserfahrungen bei Betroffenen aus?
Diskriminierung löst psychische Belastungen wie Angstzustände, Depressionen, geringes Selbstwertgefühl und Traumata aus. Hinzu kommen emotionale Reaktionen wie Wut, Trauer und Stress. Langfristig kann dies zu einer Verringerung des Wohlbefindens führen.
Rassismusvorfälle 2025
Das Beratungsnetz für Rassismusopfer dokumentierte 2025 schweizweit knapp 3 Prozent mehr Beratungsfälle rassistischer Diskriminierung als im Vorjahr. Besonders häufig wurden Vorfälle im Bildungsbereich, am Arbeitsplatz sowie im öffentlichen Raum und in der Nachbarschaft gemeldet. Bericht: «Rassismusvorfälle aus der Beratungsarbeit 2025»Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Anlaufstellen
- Zürcher Anlaufstelle Rassismus ZüRASExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. Beratung und Unterstützung für Betroffene und Fachpersonen
- Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB)Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. Zahlen, Glossar und Podcast (bei Publikationen)
Videos
- Rassismus, was ist das? bpb.deExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
- Was ist Rassismus und woher kommt er? SRF school Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
- Was ist Diskriminierung? SRF Kids NewsExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Privilegien
Was sind Privilegien?
Privilegien sind Vorteile oder Sonderrechte, die eine Person oder Gruppe aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Identität erhält. Sie stehen anderen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Es handelt sich um nicht erarbeitete Vorteile, die oft mit einer «gesellschaftlichen Normalität» wie etwa weiße Hautfarbe, männliches Geschlecht oder ein bestimmter Bildungsgrad einhergehen.
Was sind die Auswirkungen von Privilegien?
Privilegien eröffnen Handlungsräume, erleichtern den Zugang zu wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Ressourcen und schützen vor Diskriminierung und Ungerechtigkeit.
Übung
Betrachten Sie das Bild und stellen Sie sich die folgende Fragen.
- Über welche Privilegien verfüge ich? Nehme ich diese als selbstverständlich? Bin ich mir diesen bewusst?
- Wie mächtig bin ich? Wie mächtig sind andere Menschen?
- Wie müssen wir als Stadt Angebote und Leistungen gestalten, dass Sie allen nützen, nicht nur den privilegierten?
Videos (EN)
- What Is Privilege?Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
- How to Recognize Privilege — and Uplift Those Without It | Mariam Veiszadeh | TEDExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Vielfalt
Vielfalt gehört zur Schweiz: 26 Kantone, vier Landessprachen und eine Vielzahl von Kulturen und Lebensweisen existieren neben- und miteinander. Doch wie vielfältig und durchmischt ist das soziale Umfeld der Menschen in der Schweiz? Das beantwortet die Studie «Gemeinsam verschieden? Die grosse Schweizer Vielfaltsstudie».
Alter, Bildung und Finanzen: Diese Themen trennen die Bevölkerung
Es gibt wenig Durchmischung und Vielfalt in den Bekanntenkreisen. Menschen mit unterschiedlichem Bildungsstand, Vermögenslage, Alter, politischer Gesinnung haben wenig Berührungspunkte. Die Mehrheit der in der Schweiz lebenden Bevölkerung hat zudem keine Kontakte zu anderen Kulturen.
Der Schweiz fehlt es an Begegnungsmöglichkeiten
Der Grund für den mangelnden Kontakt zwischen den Bevölkerungsgruppen sind fehlende Gemeinsamkeiten und fehlende Begegnungsmöglichkeiten. Vor allem soziale Tätigkeiten (z.B. Vereine, soziales Engagement) und Reisen machen Bekanntenkreise vielfältiger.
Die Schweizer Bevölkerung wünscht sich mehr Vielfalt
Menschen, die häufiger mit unterschiedlichen Personengruppen in Kontakt stehen, haben eine positivere Einstellung gegenüber diesen Gruppen. 56% sind zumindest teilweise der Ansicht, dass eine Gemeinschaft grosse Unterschiede aushalten kann.
Take away
- Für die meisten Befragten ist Vielfalt etwas Positives. 70% meinen, dass vielfältige Perspektiven und Lebenserfahrungen bessere Entscheidungen ermöglichen.
- Wer Menschen aus einer anderen sozialen Gruppe kennt, denkt tendenziell positiver von dieser Gruppe.
- Das Toleranz-Paradox umschreibt die Tatsache, dass Toleranz gegenüber Intoleranz eine tolerante Gesellschaft gefährdet.
Publikation und Podcast
Gemeinsam verschieden? | GDI Gottlieb Duttweiler InstituteExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Reflexionsfragen
- Fremdes macht uns oft Angst. Versuchen Sie, diesem Impuls aktiv entgegenzuwirken und gehen Sie neugierig darauf zu.
- Wo haben Sie sich einmal fremd gefühlt z.B. weil Sie die Sprache nicht konnten? Was hat Ihnen damals geholfen?
Handlungsmöglichkeiten gegen Rassismus
Wir alle haben vermutlich schon rassistische Äusserungen im Alltag miterlebt. Gemäss Statistik betrifft dies fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung. Oft sind wir sprachlos. Wir wissen, dass wir etwas sagen sollten, aber uns fällt so schnell nichts ein. Dazu einige Anregungen:
- Das Zurücknehmen der Aussage zulassen – Meinst du das wirklich?
-> Chance geben, das Gesagte zurückzunehmen - Das «Die» auflösen – Wer sind denn «die» Schweizer oder «die» Muslime?
-> gibt keine einheitlichen Gruppen - Das Feindbild austauschen – Ich finde auch, dass katholische Nonnen keine Kopftücher tragen dürfen.
-> Gruppen werden willkürlich definiert, andere Gruppe an diese Stelle setzen - Distanzieren – Ich finde es nicht gut, dass du so was sagst!
-> distanzierende Äusserung, ohne Diskussion zu starten - Hinterfragendes Argumentieren – Was würde sich denn ändern, wenn…
-> Oft haben Probleme, welche Menschen auf andere projizieren, nichts mit diesen zu tun. - Perspektive wechseln – Was würdest du tun, wenn in der Schweiz Krieg wäre?
-> in anderen und seine Situation hineinversetzen - Probleme verdeutlichen – Ist es okay für dich, dass…
-> Konsequenzen bewusst machen - Schlechte Erfahrungen ernst nehmen – Okay, dein Erlebnis war Mist. Aber ist es verallgemeinerbar?
-> Einzelbeispiel dient nicht zur Verallgemeinerung
Videos
- «Rassismus in der Schweiz. Der Sommer, in dem ich «Schwarz» wurde.»Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. Eine Dokumentation von SRF, in der Angelique Beldner ihre eigene Lebensgeschichte aufarbeitet. Angelique Beldner sagt: «Es ist viel schwieriger, für sich selbst hinzustehen als für jemand anderes». Sie bejaht die Frage zur Intervention, da man «ernster genommen wird, weil jemand anderes auch etwas sagt und nicht nur der/die Betroffene».
- «Schwarzsein in der Schweiz – Rassismus im Alltag» Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. Ein Dokumentarfilm von SRF, der People of Color in der Schweiz zu Wort kommen lässt. Sie berichten von alltäglichen Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung.
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