«Hilfe ins Haus Holen – leicht gemacht»

Ältere Menschen sollen in Uster einfacher und schneller die notwendige Unterstützung organisieren können, die sie zu Hause benötigen. Dafür hat die Stadt Uster das Projekt «Hilfe ins Haus holen – leicht gemacht» lanciert und in partizipativen Prozessen mit Organisationen im Altersbereich eine Bedarfserhebung durchgeführt. Darauf aufbauend sind zu fünf Schwerpunkten neun Massnahmen entwickelt worden (Übersicht Massnahmen). Diese werden nun Schritt für Schritt umgesetzt.  

Übersicht Massnahmen

  1. Informationsvermittlung weiter ausbauen
  2. Passendes Case Management aufgleisen
  3. Unterstützungsleistungen für EL-Bezüger AHV überprüfen
  4. Informationen für EL-Bezüger und Zusammenarbeit der Fachpersonen ausbauen
  5. Entlastung betreuender Angehöriger fördern
  6. Fahrdienst zu sozialen Aktivitäten aufbauen
  7. Angebote zu sozialen Aktivitäten ausbauen
  8. Prozesse für den Aufbau von Unterstützungsleistungen sichtbar machen
  9. Zusammenarbeit zwischen professionellen und freiwilligen Organisationen ausbauen

Mit diesem Projekt nimmt die Stadt Uster mit neun anderen Gemeinden in der Schweiz am Programm Socius der Age-Stiftung teil. Das Ziel dieses Programms ist es, älteren Menschen die Unterstützung zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen, um möglichst selbstständig zuhause leben zu können. Für die Umsetzung des Projekts erhält die Stadt Uster einen Beitrag von 140'000 Franken. Das Projekt liegt in der Verantwortung der Abteilung Gesundheit und wird von der Fachstelle Alter geleitet. Beteiligt ist auch die Abteilung Soziales. Das Projekt ist in der Altersstrategie 2030 verankert.

Programm Socius kurz erklärt

Im Folgenden können die Schwerpunkte und der aktuelle Stand der Umsetzung der Massnahmen mitverfolgt werden.

 

Schwerpunkte und Massnahmen (Aktueller Stand August 2022)

Schwerpunkt: Für vulnerable ältere Menschen und betreuende Angehörige sollen bedürfnisspezifische Informationen aufbereitet und über verschiedene Kanäle verbreitet sowie der Zugang zu den Angeboten erleichtert werden.

Beteiligte Organisationen: Fachstelle Alter in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Organisationen im Altersbereich

  1. Informationen zur Erreichung vulnerabler Personen weiter ausbauen
  • Die Angebotsbroschüre «Nützliche Adressen für Seniorinnen und Senioren» wird ins Italienische übersetzt. Sie wird den italienisch sprechenden älteren Menschen im September 2022 per Post zugestellt. Sie kann dann auf www.uster.ch/publikationen heruntergeladen oder bei der Fachstelle Alter bestellt werden.
  • Zum Thema Vorsorgedossier organisiert die Pro Senectute Kanton Zürich mit den italienischen Vereinen und der Fachstelle Alter den Vortrag «Docupass» in italienischer Sprache. Dieser findet am 4. Oktober 2022 statt.
  • Am Infomarkt «Älter werden in Uster» können sich ältere Menschen und Angehörige an Marktständen von Fachpersonen über die lokalen und regionalen Altersangebote informieren lassen. Die Italienischen Vereine stellen für italienisch sprechende Personen für den Rundgang einen Übersetzungslotsen zur Verfügung. Der Anlass findet am 29. Oktober 2022 zum dritten Mal in der Stadthalle Uster statt. Er wird von der Fachstelle Alter in Zusammenarbeit mit den Organisationen im Altersbereich organisiert.
  • Die Organisationen im Altersbereich treffen sich auf Einladung von Stadträtin Karin Fehr halbjährlich zu einem Austausch- und Vernetzungstreffen. Diese Treffen laufen neu unter dem Namen «Netzwerk Altersfreundliches Uster» (bisher «Trägerkonferenz Alter»). Die Mitglieder sind wichtige Schlüsselpersonen für die Vermittlung von Informationen zum Altersbereich. Die Wissensbildung soll an diesen Treffen durch Referate von Fachpersonen intensiviert werden. Im Mai 2022 stellte die neue Geriaterin am Spital Uster, Dr. med. Marion Baumann ihr Fachgebiet und die «Altersmedizin am Spital Uster» vor.
  • Der Flyer «Netzwerk Altersfreundliches Uster» ist erstellt. Er enthält eine Übersicht über die beteiligten Organisationen und eine kurze Beschreibung der Ziele und wird auf www.uster.ch/publikationen publiziert.
  • Ein Info-Lunch mit Informationen zum Angebot für ältere Menschen für weitere wichtige Schlüsselpersonen ist in Bearbeitung.
 

Schwerpunkt: Für besonders vulnerable ältere Menschen in komplexen Situationen soll ein spezielles Unterstützungs- und Begleitsystem aufgebaut werden.

Beteiligte Organisationen: Pro Senectute Kanton Zürich, Sozialversicherung, Spitex Uster, Fachstelle Alter

  1. Passendes Case Management aufgleisen

Damit ältere Menschen in komplexen gesundheitlichen und sozialen Situationen möglichst rasch Unterstützung aufgleisen können, wird ein für Uster passendes Case Management aufgebaut.

  • Die Fachstelle Alter recherchiert in einem ersten Schritt Informationen zu verschiedenen bereits bestehenden Case Management Modellen in anderen Gemeinden. Diese werden in der Steuergruppe analysiert. Danach wird das weitere Vorgehen festgelegt werden.
  1. Unterstützungsleistungen für EL-Bezüger AHV überprüfen

Damit ältere Menschen mit wenig finanziellen Ressourcen möglichst lange zu Hause leben und Heimeintritte vermieden oder hinausgeschoben werden können, wird die Finanzierung von entsprechenden Unterstützungsleistungen auf Lücken und Finanzierungsmöglichkeiten geprüft.

  • Die Verordnung für die Gemeindezuschüsse wurde 2022 überarbeitet und vom Stadtrat und Gemeinderat verabschiedet. Damit soll unter anderem mit Mietzinszuschüssen möglichst gewährleistet werden, dass BezügerInnen einer Altersrente und von Ergänzungsleistungen und/oder von kantonalen Beihilfen in ihrer gewohnten Wohnung bleiben oder in eine altersgerechte Wohnung umziehen können.
  • Eine Überprüfung von Finanzierungslücken und -möglichkeiten für Betreuungsleistungen ist für 2023 geplant.  
  1. Information EL-Bezüger – Zusammenarbeit Fachpersonen ausbauen

Damit EL-Bezüger möglichst lange zu Hause leben können, werden sie beim Informationsgespräch der Sozialversicherungen sowie in gezielten weiteren Aktionen über die Finanzierung von weiteren Gesundheits- und Betreuungskosten informiert werden. Die Mitarbeitenden der Sozialversicherung treffen sich einmal jährlich zu einem fachlichen Austausch mit der Sozialberatung der Pro Senectute und der Fachstelle Alter.

  • Ein leicht verständliches Infoblatt zu den Finanzierungsmöglichkeiten von Gesundheits- und Betreuungskosten für EL-Bezüger und Fachpersonen soll erstellt werden.
  • Ein fachlicher Austausch der Mitarbeitenden der Sozialversicherung, Pro Senectute Kanton Zürich (Sozialberatung, Treuhanddienst, Beistandschaften) und der Fachstelle Alter hat im April 2022 stattgefunden. Die Anwesenden beschliessen sich in dieser Zusammensetzung künftig jährlich mindestens einmal zu treffen.
 

Schwerpunkt: Für betreuende Angehörige sollen die verschiedenen Entlastungsangeboten gut vernetzt und das bestehende Beratungsangebot der Spitex Uster weiterentwickelt werden.

Beteiligte Organisationen: Heime Uster, Spitex Uster, Fachstelle Alter

  1. Entlastung betreuender Angehöriger fördern
    Damit betreuende Angehörige in ihrer Aufgabe besser unterstützt und entlastet werden, werden die bestehenden Angebote weiterentwickelt und gut vernetzt.
  • Ein fachlicher Austausch zu den Schnittstellen bezüglich Tages-/Nachtangebot, temporären Heimaufenthalten und Ferienbetten hat zwischen Heime Uster, Spitex Uster, Spital Uster und der Fachstelle Alter im April stattgefunden. Dabei wurde das neue Angebot «Panorama – Tages- und Nachtaufenthalte» besichtigt. BewohnerInnen aus Uster erhalten für den Aufenthalt dort einen Beitrag der Stadt Uster. Die Verantwortlichen der Heime Uster und Spitex Uster werden sich künftig jährlich in diesem Rahmen treffen.
  • Ein Vortrag «Impulse für den Betreuungsalltag und das eigene Wohlbefinden» mit Dr. phil. Bettina Ugolini für betreuende und pflegende Angehörige fand Ende Juni im Stadthofsaal statt. Trotz hochsommerlichen Temperaturen nahmen rund 60 Personen teil.
  • Ein Kurs «Betreuende und pflegende Angehörige im Zentrum – Ihr Raum zum Nachdenken und Auftanken» mit Dr. phil. Bettina Ugolini wird am 6.9./13.9./20.9.22 kostenlos angeboten.
  • Mit der Einführung und Gestaltung eines Case Managements (s. Massnahme 2) wird das bei der Spitex Uster bestehende Beratungsangebot für betreuende Angehörige miteinbezogen werden.
 

Schwerpunkt: Für vulnerable ältere Menschen soll der Zugang zu Veranstaltungen, Aktivitäten und Kontaktmöglichkeiten optimiert werden.

Beteiligte Organisationen: Reformierte Kirche Uster, Katholische Pfarrei St. Andreas, Genossenschaft Zeitgut, Senioren-Netz Uster, Seniorenrat Uster, Fachstelle Alter

  1. Fahrdienst für Fahrten zur Pflege sozialer Aktivitäten aufbauen
    Damit ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität an Veranstaltungen und Aktivitäten teilnehmen können, setzt die Fachstelle Alter in Absprache mit den beiden bestehenden Fahrdiensten die Einführung eines entsprechenden Angebots um.
  • Erste Sitzung mit den involvierten Akteuren Ende 2022 geplant.
  1. Angebote zur Pflege sozialer Aktivitäten ausbauen
    Damit sich vulnerable ältere Menschen noch einfacher treffen können, wird die Fachstelle Alter in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren entsprechende Angebote weiter ausbauen (z.B. weitere Tavolatas oder Kaffi-Treffpunkte, Kochkurs für Männer, Werkstatt).
  • Neu: Kochkurs für Männer 60+. Auf Initiative vom Seniorenrat Uster und mit Unterstützung der Pro Senectute Kanton Zürich, organisiert die Fachstelle Alter im November einen Kochkurs für Männer 60+.
 

Schwerpunkt: Für vulnerable ältere Menschen und betreuende Angehörige sollen die Kommuni kation und Zusammenarbeit aller am häuslichen Hilfesystem Beteiligten besser geregelt und transparenter gestaltet werden.

Beteiligte Organisationen: Pro Senectute Kanton Zürich, Spitex Uster, Besuchsdienst, Frauenverein, Genossenschaft Zeitgut, Senioren-Netz Uster, Fachstelle Alter

  1. Prozesse für den Aufbau von Hilfeleistungen sichtbarer machen
    Damit Betroffene und Fachpersonen besser informiert sind, wie die einzelnen Unterstützungsangebote aufgegleist werden, erstellt die Fachstelle Alter in Zusammenarbeit mit den Organisationen eine einfache Übersicht über die Prozesse und Verantwortlichkeiten.
  2. Zusammenarbeit zwischen professionellen und freiwilligen Organisationen ausbauen
    Damit die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen der Spitex Uster und den Freiwilligen Organisationen sowie zwischen der Pro Senectute und den Freiwilligen Organisationen zu Hause noch besser gelingt, wird ein jährlicher Austausch eingeführt. Die Interessen und Bedürfnisse der älteren Menschen und Angehörigen stehen dabei im Zentrum.
  • Zur Intensivierung der Zusammenarbeit ist ein regelmässiger, fachlicher Austausch zwischen den der Pro Senectute Kanton Zürich und dem Besuchsdienst, Frauenverein, Senioren-Netz Uster und der Genossenschaft Zeitgut geplant. Die Fachstelle Alter organisiert den ersten Austausch im Herbst 2022.
  • Zur Intensivierung der Zusammenarbeit ist ein regelmässiger, fachlicher Austausch zwischen der Spitex Uster und dem Besuchsdienst, Frauenverein, Senioren-Netz und der Genossenschaft Zeitgut geplant. Die Fachstelle Alter organisiert den ersten Austausch anfangs 2023.

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