Uster erinnert an die Betroffenen von fürsorgerischen Massnahmen

9. März 2026
Am Dienstag, 17. März 2026 findet im Gemeinderatssaal Uster ein öffentlicher Gedenkanlass im Rahmen des kantonalen Projekts «Zeichen der Erinnerung» statt. Die Stadt Uster gedenkt denjenigen Menschen, die von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen betroffen waren. Der Anlass beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung wird nicht benötigt.

Das Projekt «Zeichen der Erinnerung» gedenkt denjenigen Menschen, die im Kanton Zürich von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen betroffen waren. Viele von ihnen wurden gegen ihren Willen in Pflegefamilien, Heime oder Arbeitsanstalten eingewiesen und erlitten grosses Leid. Bis 1981 konnten solche fürsorgerischen Zwangsmassnahmen ohne Gerichtsurteil angeordnet werden. Das Projekt macht diese Schicksale sichtbar und setzt ein Zeichen der Anerkennung des begangenen Unrechts.

Uster mit vier weiteren Gemeinden als Pilotgemeinde

Federführend im Projekt «Zeichen der Erinnerung» sind der Kanton Zürich und der Verband der Gemeindepräsidien des Kantons Zürich. Die Stadt Uster hat sich zusammen mit vier weiteren Gemeinden bereit erklärt, sich als Pilotgemeinde zu engagieren. Die Stadt Uster setzt sich damit aktiv für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur ein. Dies geschieht mit «Erinnerungspunkten» - dezenten, violetten Informationstafeln im öffentlichen Raum. Eine der Informationstafeln findet sich beispielsweise beim Brunnen am Stadthausplatz bei den Bänken. Über QR-Codes erhalten Interessierte Zugang zu vertieften Informationen, Zeitzeugenberichten und Hintergrundmaterial. Mit der sichtbaren Verankerung der Erinnerung im öffentlichen Raum übernimmt Uster Verantwortung für eine bewusste und transparente Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Öffentlicher Gedenkanlass am Dienstag, 17. März

Der Anlass vom Dienstag, 17. März 2026 im Gemeinderatssaal steht im Zeichen der öffentlichen Anerkennung für das begangene Unrecht an den Betroffenen. Er setzt den Fokus auf ein bewusstes Hinschauen und klares Nennen, dass Leid verursacht wurde, dass dieses Unrecht geschehen ist.  «Die Aufarbeitung dieses Kapitels der Sozialgeschichte ist ein wichtiger Schritt hin zu Anerkennung, Sensibilisierung und einem respektvollen Umgang mit der Vergangenheit», sagt Stadträtin und Abteilungsvorsteherin Soziales, Petra Bättig.

Die Stadt Uster lädt die Bevölkerung ein, am Anlass teilzunehmen. Das Ensemble Letizia Fiorenza und David Sautter gestalten den Abend musikalisch. Die Schauspielerin Wanda Wylowa liest ausgewählte Texte. Der Anlass beginnt um 19 Uhr (Türöffnung 18.30 Uhr). Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung wird nicht benötigt.

Weitere Informationen zum kantonalen Projekt sind online unter https://zeichen-der-erinnerung-zuerich.ch/Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. zu finden.

Violette Informationstafel erinnert an Betroffene von Zwangsmassnahmen

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