Lasius neglectus («Vernachlässigte Wegameise»)

Bei der Bekämpfung eines gewöhnlichen Ameisenbefalls an der Gschwaderstrasse wurde das Vorkommen der nicht einheimischen Ameisenart «Lasius neglectus» entdeckt.

Die vernachlässigte Wegameise

Bei der «vernachlässigten Wegameise» (Lasius neglectus) handelt es sich um eine nicht einheimische Art, die sich seit den 1990er Jahren in Europa ausbreitet und invasiv ist. Sie ist klein (2,5 bis 3,5 mm Länge), einheitlich gefärbt und von blossem Auge nicht von heimischen Arten zu unterscheiden. Die Ameisenart bildet sogenannte Superkolonien mit mehreren Königinnen und Millionen von Arbeiterinnen. Die Ameise kann Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen. Dadurch kann sich die Lebensdauer von Bauten und Anlagen verkürzen und deren Wert verringern. Zudem schadet sie der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. Für den Menschen sind die Ameisen ungefährlich aber lästig.

Lasius neglectus
Lasius neglectus (vergrössert; Bild: Insekta GmbH)

 

Befall in Uster

In Uster wurde an der Gschwaderstrasse ein relativ kleines Befallsgebiet festgestellt. Die Sektion Biosicherheit des Kantons Zürich hat angeordnet, dass die invasive Ameisenart in Uster zu bekämpfen sei. Sie beruft sich dabei auf die Freisetzungsverordnung (Art. 52 FrSV). Die Bekämpfungskosten übernimmt während der ersten drei Jahre die Stadt. Bekämpft wird ab April 2019 im Aussenbereich der betroffenen Liegenschaften.

Befallzonen
Die betroffenen Zonen
(Plan: Sektion Biosicherheit Kanton Zürich)

Nach einem standardisierten Vorgehen haben Fachleute das Gebiet in drei Zonen eingeteilt. In der schwarzen Zone, in der die Ameise nachgewiesen werden konnte, übernimmt die Stadt Uster für drei Jahre die Bekämpfung der Ameisen ausserhalb der Gebäude. In den umliegenden Gebieten besteht ein Befallsrisiko: In der roten und gelben Zone, der Überwachungs- und der erweiterten Überwachungszone, führt der Kanton Zürich deshalb ein monatliches Controlling durch.Bekämpft werden lediglich Nester der invasiven Wegameise. Ameisennester einheimischer Arten werden nicht angegangen.

Bekämpfungsmassnahmen

Je früher das Vorkommen der gemeinen Wegameise festgestellt wird, umso kostengünstiger und erfolgreicher ist die Bekämpfung. Die Ameisen werden in der warmen Jahreszeit mit dem gezielten Einsatz von Ködergel oder -granulat bekämpft. Das Ködergel wird von Spezialisten aufgetragen und ist für Menschen und insbesondere auch für Kleinkinder und Haustiere ungefährlich. Sowohl für die Bekämpfung wie auch das Monitoring benötigen die Fachleute Zugang zu den betroffenen Aussenbereichen. Die beauftragten Personen sind als Bekämpfer gekennzeichnet und verfügen über eine Auftragsbestätigung der Stadt Uster oder des Kantons Zürich.

Um die «Vernachlässigte Wegameise» erfolgreich bekämpfen zu können, ist die Stadt auf die Unterstützung der Betroffenen angewiesen. Gartenabfälle richtig entsorgen und die Verschleppung vermeiden sind dabei von grösster Bedeutung. Die Bewohnerinnen und Bewohner sämtlicher Zonen sind angehalten, weitere Funde zu melden (siehe Informationen weiter unten). Betroffene der schwarzen Zone sind zusätzlich gebeten, bei kleineren Gartenarbeiten Bauabfälle in einer Mulde zu entsorgen.

Bek?mpfung der Ameise
Bekämpfung der Ameisen (Bilder: Insekta GmbH)

Die Bekämpfung erfolgt mit gezieltem Einsatz von Ködergel oder Köder-Granulat. Es werden nur geringe Mengen benötigt, weshalb das Gift insbesondere auch für Kinder und Haustiere oder Gartenbewohner wie Igel ungefährlich ist. 

Vorgehen im Verdachtsfall

Ein starker Ameisenbefall, beispielsweise im Garten oder in Gebäuden, ist auch durch die heimische Wegameise oder andere heimische Arten möglich. Ob es sich dabei um «Lasius neglectus» handelt, ist nur von Fachpersonen mit einer Lupe festzustellen. Einige Ameisen sollten gleich eingefangen, aber nicht verletzt werden. Für die Bestimmung müssen insbesondere die Fühler betrachtet werden.

Verdachtsfunde in der schwarzen, roten und gelben Zone an der Gschwaderstrasse (gemäss Plan):

Im Aussenbereich von Gebäuden: Direkt Insekta kontaktieren, die Bestimmung ist für Betroffene kostenlos. Die Bekämpfungskosten trägt für 3 Jahre die Stadt Uster.

Im Gebäudeinneren: Direkt Insekta kontaktieren für Erstbefund, die Bestimmung ist für Betroffene kostenlos. Die Bekämpfungskosten trägt der Eigentümer/Auftraggeber selbst.

Verdachtsmeldungen aus dem restlichen Stadtgebiet:

Direkt eine Schädlingsbekämpfungsfirma für den Erstbefund kontaktieren. Im Innen- und Aussenbereich gehen die Kosten für die Abklärung zulasten des Eigentümers/Auftraggebers.

Die Stadt Uster empfiehlt die Zusammenarbeit mit der Insekta GmbH, die Erfahrung bei der Bestimmung hat. Im Falle weiterer Funde kann die Meldung an Insekta GmbH ein rasches Handeln bewirken.

Kontakt Insekta GmbH: info@insekta.ch, Telefonn 044 807 50 50

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Umsetzungsempfehlungen «Lasius neglectus» Download