Handlungsfelder

Hier finden Sie die Projekte, die den Handlungsfeldern aus der Sozialraumanalyse zugeordnet sind. Eine Übersicht über die abgeschlossenen, laufenden und geplanten Projekte können Sie hier verfolgen: Liste Projekte

Hier ein kurzer Einblick in aktuelle Projekte:

1. Begegnungsorte

Das Projekt «Wie funktioniert eigentlich...?» wird wiederbelebt! Das Projekt versucht, die Digitalisierung denjenigen näher zu bringen, die Mühe im Umgang mit den digitalen Endgeräten oder Fragen zur Bedienung haben. Hintergrund dafür ist, dass analoge Vorgänge vermehrt durch digitale ersetzt werden wie etwa der digitale Billettverkauf der SBB per App oder die Abwicklung von Bankgeschäften. Die Interessierten sollen zur Selbstständigkeit befähigt werden. Geplant ist ein Neustart ab Mai 2021. Die Organisatoren: «Zeitgut», «Computeria» und natürlich die Stadt Uster halten an diesen niederschwelligen Beratungsdienst fest. Es erhebt weiterhin keinen professionellen Anspruch, aber dafür einen menschlichen! Genauere Details besprechen die Organisatoren im Februar. Das Konzept des Help-Desks steht aber nach wie vor: Die Beratungszeit soll rund 20 Minuten pro Person betragen. Die Interessierten bringen eine konkrete Frage mit und können in der darauffolgenden Woche wieder vorbeikommen, sofern Bedarf besteht. Sobald der Frühling naht (und Corona hoffentlich weicht), werden weitere Informationen folgen.

Denkwerkstatt: Mitmachen – Wir suchen Expertinnen und Experten in eigener Sache! 2021 startet die Stadt Uster mit einem neuen Projekt. Uster will eine Stadt für alle sein. Ist sie das? Wo ist sie das? Und wo nicht? Das interessiert uns. Gemeinsam mit euch möchten wir herausfinden, wie die Stadt für alle aussieht, was sie anbietet. Aus allen Angaben gestalten wir dann einen besonderen Stadtplan. In unserer Stadt leben ganz verschiedene Menschen: Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen, kranke Menschen, Menschen mit einer Einschränkung, Geflüchtete, Menschen mit und ohne Arbeit. Jeder Mensch hat je nach Situation verschiedene Bedürfnisse in seiner Stadt. Diese möchten wir zusammentragen. Es geht dabei um Orte und Angebote in Uster. Von der Bibliothek übers Einkaufen bis zum Hallenbad und dem Stadtpark. Alles, was es in unserer Stadt gibt.

Dafür stellen sich folgende Fragen:

  • Wo bin ich in der Stadt unterwegs?
  • Wo bin ich gerne? Und warum?
  • Wo bin ich willkommen?
  • Wo gehe ich nicht gerne hin? Und warum?
  • Wo ist mir der Zugang erschwert? Und warum?
  • Wo wären Verbesserungen für mich wichtig? Und welche?

Wollen Sie mitmachen?

Dann melden Sie sich unter E-Mail: inklusion@uster.ch oder Telefon: 044 944 71 36

2. Freizeit

Move-Award: Die Stadt Uster hat von der Stiftung «MOVE. Freie Fahrt mit dem Rollstuhl» einen Anerkennungspreis für ihr Projekt erhalten, Kultur hörbar zu machen. Der Preis in der Höhe von 5000 Franken wurde zum ersten Mal vergeben. Mit ihm würdigt die Stiftung beispielhafte Leistungen zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Für die Auszeichnung kommen Gemeinden in der ganzen Schweiz in Frage, die die Gleichstellung besonders fördern. Die Stadt Uster hat dazu das Projekt «Kultur in Uster wird hörbar» eingereicht. Denn auch kulturelle Anlässe, wie Filme im Kino oder Ausstellungen, sollen ohne Barrieren für Menschen mit einer (Seh-)Behinderung zugänglich sein. Dafür hatte die Stadt Uster zwei Projekte zum Thema «Freizeit» lanciert und umgesetzt. Einerseits wurde der Film «Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes» als Hörfilmfassung gezeigt. Andererseits veranstaltete die Stadt Uster eine Ausstellung ganz im Sinne der Barrierefreiheit mit mehreren Sinnen erlebbar war. Wichtig für die Umsetzung war die Zusammenarbeit mit regionalen Organisationen von Menschen mit Behinderung und der Zivilgesellschaft. Entsprechend arbeitete die Stadt Uster für die Filmvorführung mit Hörfilm Schweiz zusammen.

3. Verständnis und Akzeptanz

Infoveranstaltung: Barrierefreie Dokumente sollen für Menschen mit einer Sehbehinderung ebenso zugänglich sein wie für Menschen ohne Behinderung. Die Dokumente entsprechend bereitzustellen, ist ein wichtiger Aspekt der Digitalisierung, deren wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung zunimmt. PDF-Dokumente können ein Problem für die Zugänglichkeit darstellen. Im Februar 2021 findet dazu eine Infoveranstaltung für Mitarbeitende der Stadt Uster statt. Mitarbeitende erfahren, wie man ein barrierefreies PDF erstellt und was es bedarf, damit Menschen mit einer Sehbehinderung ihre Informationen «lesen» können.

Blog: Ein Jahr lang waren Beatrice Stebler und Lena Estermann mit der «Zuhörerei» unterwegs. An unterschiedlichen Standorten haben sie ihren Tisch aufgestellt und den Passantinnen und Passanten zugehört: Im Einkaufszentrum Illuster, auf dem Zeughausareal, am See. Ab und zu hatten Beatrice und Lena Unterstützung beim Zuhören. So half einmal Linus Hut mit. Er wohnt und arbeitet im Werkheim. Ein anderes Mal war Christoph Linggi mit dabei. Er arbeitet bei «Mensch zuerst», einem Verein für Selbst-Vertretung. Da die Zuhörerei wegen Corona nicht immer im öffentlichen Raum auftauchen konnte, haben Beatrice und Lena den Menschen auch am Telefon zugehört.

Bis heute sind so 119 Notizen entstanden. Sie sind alle im Blog «Stadt für alle» nachzulesen. Es sind kurze Texte, die Einblick geben in die unterschiedlichen Leben in unserer Stadt:

  • Eine Frau hat Mühe, eine rollstuhlgängige und kostengünstige Wohnung zu finden (Notiz Nummer 119).
  • Eine Lehrerin denkt darüber nach, wie wichtig das Zuhören ist (Notiz Nummer 97).
  • Ein Junge überlegt, ob er überhaupt Schweizer ist oder doch immer noch ein Flüchtling (Notiz Nummer 3).
  • Eine Frau ist bedrückt, weil sie nicht weiss, warum genau ein Hausbewohner gestorben ist (Notiz Nummer 79).
  • Ein junger Mann mit einer Behinderung wünscht sich, dass man mit ihm spricht statt über ihn tuschelt (Notiz Nummer 40).

Die Menschen erzählten in grosser Offenheit und mit grossem Vertrauen. Es war immer spürbar, wie sehr das Zuhören geschätzt wurde.

Alle Notizen zusammen ergeben eine Sammlung von Gedanken, Erfahrungen, Freuden und Sorgen der Menschen in unserer Stadt für alle. Diese Gespräche zu führen und den Menschen zuzuhören war Lena Estermann und Beatrice Stebler eine grosse Freude.

4. Einfache Sprache und zugängliche Informationen

Barrierefreie Webseite: Barrierefreiheit ist eine Voraussetzung für eine chancengleiche politische Teilhabe und die selbstständige Erledigung von Behördengängen. Dies gilt auch für die optische und technische Barrierefreiheit von Webseiten. Die Stadt Uster hat neu eine barrierefreie Zusatzwebsite. Menschen mit einer motorischen Behinderung oder mit einer Sehbehinderung navigieren in der Regel mit der Tastatur durch die Webseiten und nicht mit der Maus. Diese barrierefreie Zusatzwebsite achtet darauf, dass beispielsweise Hilfetasten und Sprunglinks korrekt eingebunden sind und somit die Bedienung leicht möglich ist. Auch ist sie in der Darstellung auf ein Minimum reduziert und ist kontrastreich gestaltet. Überzeugen Sie sich selbst unter: www.uster.ch/barrierefrei! Die Stadt Uster verfolgt den Weg der barrierefreien Zusatzwebsite und Inhalte weiter. Die sprachliche Vereinfachung der Texte ist in allen Abteilungen ein fortlaufender Prozess, den die spezialisierte Firma «simpletext» unterstützt. Und der technische Aspekt wird schrittweise zusammen mit der Stiftung «Zugang für alle» verbessert. Die Stiftung überprüft dabei die Zugänglichkeit der Website gemäss den internationalen und nationalen Richtlinien.

Kommunale Abstimmungen: Die Unterlagen zur kommenden kommunalen Abstimmung im März 2021 wird zusätzlich in Leichter Sprache verfasst. Ein QR-Code auf der Titelseite der Abstimmungsweisung leitet auf eine separate Website. Dort erscheint der Text zur Volksabstimmung vereinfacht (A2-Sprachniveau). Rechtlich verbindlich bleibt das offizielle Abstimmungsheft.

5. Vernetzung und Zusammenarbeit

Partizipation Uster: Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung anerkennt Teilhabe sowohl als allgemeine Verpflichtung als auch als Querschnittsthema. Es verankert Verpflichtungen der Vertragsstaaten, mit Menschen mit Behinderungen enge Konsultation zu führen, sie aktiv einzubeziehen (Artikel 4 Absatz 3) und ihren Einbezug in den Überwachungsprozess (Artikel 33 Absatz 3). Wie erreicht die Stadt Uster das? Hierfür schafft Uster ein neues Gefäss und ist im Gespräch mit der Behindertenkonferenz Zürich. Damit soll sichergestellt werden, dass Menschen mit Behinderung bei der Umsetzung der UN-BRK in Uster mitwirken können.

Impulstag: Der Impulstag Ende September 2020 im Musikcontainer Uster richtete sich an die Gemeindevorstände und an Mitarbeitende der 162 Gemeinden im ganzen Kanton Zürich. Eingeladen waren insbesondere jene Personen, die für Fragen rund um das Thema Behinderung zuständig sind. Sie erhielten viele Informationen, Praxisbeispiele und Anregungen, wie die UNO-BRK in der Gemeinde umgesetzt werden kann. Viele Betroffenen-Organisationen stellten Hilfsmittel und Schulungsangebote vor. Regierungsrat Mario Fehr, Stadtpräsidentin Barbara Thalmann und Andrea Lübberstedt, Chefin des kantonalen Sozialamts, referierten zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention und der Aufgabe des Staates. Mehr erfahren Sie hier.

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