Stadtrat will Veloparkierung beim Bahnhof ausbauen

25. April 2018
Die ebenerdige Veloabstellanlage Ost beim Bahnhof Uster soll durch ein mehrgeschossiges Veloparkhaus ersetzt werden. Der Stadtrat will damit den Bedürfnissen einer lebendigen Stadt mit einer mobilen Bevölkerung nachkommen.
Die Veloabstellanlagen rund um den Bahnhof sind sehr beliebt. Derzeit stehen den Bahnreisenden in sieben Anlagen total 1100 frei zugängliche, kostenlose und mehrheitlich überdachte Abstellplätze zur Verfügung. Trotz der stattlichen Anzahl vermögen diese die sehr grosse Nachfrage nicht zu befriedigen. In besonderem Fokus steht die Veloabstellplatzanlage Bahnhof Ost bei der Bankstrasse. Aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit, des grosszügigen Angebots von derzeit 600 Abstellplätzen und ihrer optimalen Lage zum Perron 1 ist sie das wichtigste Parkierungsangebot für Velos. Um dem wachsenden Bedürfnis nach Veloabstellplätzen an zentraler Lage nachzukommen, beabsichtigt der Stadtrat, ein Veloparkhaus zu erstellen. Dieses soll über mindestens 1000 Abstellplätze verfügen und gleichzeitig diesen wichtigen Ort im Stadtzentrum städtebaulich und architektonisch weiterentwickeln. Insbesondere soll auch die Aufenthaltsqualität beim Bahnhofplatz erhalten bleiben.

Heutige Situation
Die bestehende Veloabstellanlage Ost wurde 1999 erstellt und verfügt über rund 600 Veloabstellplätze, die sehr gut ausgelastet sind. Um die gesetzlichen Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) zu erfüllen, sind die SBB derzeit daran, die Perronanlagen anzuheben. Im Rahmen dieses Projektes muss zwingend eine Reihe Veloständer entlang des Perrons aufgehoben werden. Dies betrifft rund 100 Abstellplätze, die wegfallen.

Neue Angebote und Regelungen
Die baulichen Veränderungen reduzieren das Parkierungsangebot an zentraler Stelle wesentlich. Als Sofortmassnahme erstellt die SBB für die Dauer der Baustelle provisorische Abstellplätze entlang der Bankstrasse. Zusätzlich werden an der Bankstrasse Motorradabstellplätze eingerichtet, die die Veloabstellanlage entlasten sollen. Ausserdem wird die Veloparkierungsanlage Ost aktiv bewirtschaftet, wie der Stadtrat bereits im Herbst 2017 als Sofortmassnahme entschieden hat: Die Benutzenden der Veloparkierungsanlage Ost sind angehalten, Velos geordnet zu parkieren, um den zur Verfügung stehenden Raum optimal zu nutzen. Zur reibungslosen Umsetzung werden von Mai bis Oktober Aufsichtspersonen vor Ort einen optimalen Betrieb unterstützen. Zusätzlich wird die Parkierungszeit der einzelnen Fahrräder in der Veloparkierungsanlage Ost auf maximal 48 Stunden beschränkt. Die Stadtpolizei wird Kontrollen vornehmen und bei Zuwiderhandlungen die jeweiligen Fahrräder einsammeln. Diese können gegen Nachweis der Eigentümerschaft und einer Umtriebsentschädigung bei der Stadtpolizei abgeholt werden. Diese Bewirtschaftung soll bewirken, dass die zentrale Veloparkierungsanlage Ost den täglich reisenden Bahnkunden zur Verfügung steht und nicht durch langzeitparkierte Velos blockiert wird. Bahnreisende, die ihr Fahrrad länger als 48 Stunden am Bahnhof abstellen möchten, können es weiterhin in einer der zahlreichen anderen Parkierungsanlagen rund um den Bahnhof parkieren.

Mit Abschluss der Bauarbeiten der SBB werden die bei der Veloparkierungsanlage Ost abgebrochenen Veloständer im Westen des Bahnhofs bei der P+R-Anlage und beim Freiverlad wieder aufgestellt. Diese sind via Bankstrasse, Zugang P+R SBB, oder über die Zieletenstrasse entlang der Bahnlinie bequem erreichbar. Für Fussgängerinnen und Fussgänger besteht ein direkter Zugang zur Unterführung West.

Zusammenhang zum politischen Vorstoss zum Erhalt der Veloabstellplätze beim Bahnhof Ost
Anlässlich der Sitzung vom 25. September 2017 hat der Gemeinderat die Motion Nr. 603/2017 betreffend «Erhaltung der Anzahl Veloabstellplätze beim Bahnhof Uster Ost» an den Stadtrat überwiesen. Die Motion bezweckt, die äusserst beliebten und notwendigen Veloparkplätze im Osten des Bahnhofs zu erhalten. Dabei schlagen die Motionäre als mögliche Varianten vor, die bestehende Anlage zu verschieben oder mit doppelstöckigen Veloständern zu ersetzen. Gleichzeitig zeigen sie sich gemäss Motionstext offen für jede Lösung, die mindestens die aktuelle Anzahl von 600 Veloständern vorsieht.

Der Stadtrat Uster hat sich mit den Optionen zum Ausbau der Veloparkierung beim Bahnhof auseinandergesetzt. Dabei wurden das vorhandene Angebot betreffend Auslastung, das Ausbaupotenzial, die möglichen Kosten, die mittelfristige Nachfrage insgesamt und die Zufahrtsströme zum Bahnhof analysiert. Dabei zeigte sich eindeutig, dass ein markanter Ausbau der Veloparkierungsanlage Ost mittels eines mehrgeschossigen Veloparkhauses die beste Lösung darstellt. Mit einem Veloparkhaus kann einerseits ein funktional gutes und ausreichendes Angebot an Veloabstellplätzen geschaffen werden. Gleichzeitig kann mit einem sorgfältig gestalteten Gebäude die städtebauliche Qualität gewahrt bleiben. Auch die wichtige Aufenthaltsqualität auf dem Bahnhofsplatz bliebe erhalten – wichtige Aspekte, die der Stadtrat bei einer einfacheren Variante wie etwa doppelstöckigen Veloständern nicht erfüllt sieht. Solche Anlagen finden, dies zeigen zahlreiche Beispiele aus anderen Städten, bei den Benutzenden wenig Akzeptanz, und die oberen Reihen bleiben meist sehr schlecht genutzt.

Nächste Schritte
Der Stadtrat hat an seiner Sitzung vom 17. April 2018 Bericht und Antrag zur Motion Nr. 603/2017 betreffend «Erhaltung der Anzahl Veloparkplätze beim Bahnhof Uster» genehmigt und dem Gemeinderat übermittelt. Nun liegt es am Gemeinderat, die Motion als erheblich zu erklären und den Stadtrat mit der Planung eines Veloparkhauses zu beauftragen. Nebst technischen Abklärungen sind hierzu mit der SBB Verhandlungen zur Landnutzung und Kostenbeteiligung aufzunehmen.

Ziel des Stadtrates ist es, möglichst bald die Veloparkierung beim Bahnhof ausbauen zu können.

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