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Stadthaus: 06. Ausdrucksform und Materialisierung


Stadthaus mit Travertinfassade und geometrischer Platzeinteilung
Stadthaus mit Travertinfassade, geometrischer Platzeinteilung und Bassin mit Wasserspiel,
Aufnahme 1962 (© Stadtarchiv und Kläui-Bibliothek Uster)



Beschreibung
Den Anspruch auf eine der Bauaufgabe angemessene, repräsentative Ausdrucksform löst Giacometti mit einer differenzierten Anordnung der gut proportionierten Baukörper ein, die nach aussen die Funktion der einzelnen Gebäudeteile zu erkennen geben.

Die ordnende Dominante des viergeschossigen Hochhauswürfels erhebt sich über dem T-förmigen Gebäudegrundriss der zweigeschossigen Verwaltungstrakte und verleiht dem Gebäude eine elegante Solitärwirkung, die unabhängig von der baulichen Entwicklung in der Nachbarschaft eine unverwechselbare Identität behält.

Dem von aussen nicht sichtbaren Tragsystem in Eisenbeton, das im Innern eine flexible Grundrisseinteilung zulässt, ist eine Natursteinplattenverkleidung aus toskanischem Travertin vorgehängt, die nach Auffassung des Architekten «neben einem weichen Ton bereits eine gewisse Patina aus dem Steinbruch mitbringt» und dem Stadthaus einen edlen architektonischen Ausdruck verleiht. Die Materialwirkung - Farbwerte und Oberflächentexturen - ersetzt als Gestaltungsmittel die Verwendung ornamentaler Zutaten.

Die Wahl der Naturmaterialien wird laut Bruno Giacometti zu einem wichtigen Gestaltungsfaktor, der die Entwurfshaltung mitbestimmt und alles Modische, Unechte und folkloristisch Sentimentale ausschaltet, um den natürlichen und ehrlichen Charakter des Gebäudes zu garantieren. Der honiggelbe Farbton der Fassadenverkleidung klingt mit dem satten Gelbbraun der Eichenholzfenster zusammen, deren Einteilung auf dem Masssystem des Goldenen Schnittes beruht. Die verschiedenfarbigen Bodenplatten aus Tessiner Granit und die durchgängig in Eiche ausgeführten Holzteile bilden einen gut abgestimmten Kontrast zu den grosszügig verglasten Fenster- und Türöffnungen, die mit herkömmlichem Fensterglas, Drahtglas oder mit Glasbausteinen ausgeführt sind. Die durchlaufenden Bandfenster sind mittels blanker Aluminiumblenden durchbrochen, hinter denen sich die Rollladenkasten verbergen.

Die Verwendung unbehandelter Naturmaterialien, die als Ausdrucks- und Bedeutungsträger die Architektur des Stadthauses bestimmen und im Gebäudeinnern eine differenzierte Raumatmosphäre anstreben, zeugen vom Einfluss der skandinavischen Architektur, insbesondere des finnischen Architekten Alvar Aalto, dessen Werk Bruno Giacometti besonders schätzt.

Roland Frischknecht, lic. phil. I
Auftrag_Stadtarchiv_Stadt_Uster

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