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Stadthaus: 04. Zur Geschichte der Plastik «Rhythmus im Raum» von Max Bill (1965)


Bill, Giacometti und Antonini im Gespräch
Max Bill, Bruno Giacometti und Steinbildhauer Roberto Antonini, der «Rhythmus im Raum»
nach Bills Vorgaben geschaffen hat (v.l.n.r.) an der Einweihung von Bills Skulptur am
9. Oktober 1965 (© Fritz Bernhard, Stadtarchiv und Kläui-Bibliothek Uster)



Beschreibung
Im Baukredit zum Stadthaus war ein Betrag für künstlerischen Schmuck reserviert, der für den Ankauf einer frei stehenden Plastik vorgesehen war. Die gemeinderätliche Kunstkommission bat die beiden international renommiertesten Schweizer Künstler, Alberto Giacometti und Max Bill, um die Einreichung eines Vorschlags auf der Basis eines Modells. Aus Furcht vor einer öffentlichen Diffamierung seines Werkes und aufgrund der mehrheitlich ablehnenden Haltung der Ustermer Exekutive zog Alberto Giacometti in Absprache mit seinem Bruder seinen Vorschlag zurück. Mit Beschluss vom 29. Oktober 1963 stimmte die Exekutive im Einverständnis mit Bruno Giacometti dem Kauf von Max Bills Skulptur «Rhythmus im Raum» zu, die der Künstler bereits 1947/48 in einer Gipsversion von 1,5 Meter Höhe (Breite: 145 cm; Tiefe: 50 cm) konzipiert hatte. 1962 liess Max Bill erstmals eine Version von „Rhythmus im Raum“ in Granit herstellen, deren Masse mit der Gipsversion übereinstimmten. Sie wurde im Frühling 1963 in einer Bill-Ausstellung in der Zürcher Galerie Gimpel & Hannover gezeigt.

Für den Stadthausplatz wählte Max Bill eine auf den Standort abgestimmte Höhe von 2,50 m (Breite 2,25 m; Tiefe: 0,75 m). Die in hellem Tessiner Granit durch die in Osogna (TI) ansässige Firma Michele Antonini & Co. ausgeführte Skulptur wurde 1964 an der EXPO in Lausanne gezeigt. Sie zerbrach jedoch schon beim Transport nach Uster, so dass ein identisches Exemplar zu Lasten der Haftpflichtversicherung der EXPO 64 angefertigt werden musste. Die Einweihung der Skulptur «Rhythmus im Raum» fand am 9. Oktober 1965 auf dem Stadthausplatz statt. Gleichzeitig wurde im heutigen Foyer eine bis zum 31. Oktober 1965 dauernde Ausstellung mit Bildern, Skulpturen und graphischen Arbeiten von Max Bill eröffnet.

Die Stadt Hamburg erwarb 1968 eine weitere, in identischen Massen ausgeführte Granitversion der Skulptur «Rhythmus im Raum», die am Ufer der Aussenalster bei der Kennedybrücke einen definitiven Standort fand. Auf Veranlassung von Kaiserin Farah Diba wurde 1978 eine dritte, wiederum in gleicher Grösse angefertigte Fassung in rotem schwedischem Granit vor dem Museum für Zeitgenössische Kunst in Teheran aufgestellt.

Roland Frischknecht, lic. phil. I
Auftrag_Stadtarchiv_Stadt_Uster

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