Ein attraktives Hallenbad mit nationaler Ausstrahlung

4. Februar 2009
Der Schweizerische Schwimmverband (SSF) hat Uster als Standort für ein Nationales Schwimmsportzentrum ausgewählt. Der entsprechende Ausbau des Hallenbades bringt die dringend benötigte Kapazitätssteigerung für Bevölkerung und Schulen sowie einen Imagegewinn für die Stadt Uster.
Nach 20 Jahren seit der Wiedereröffnung entspricht das Hallenbad nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Zum einen muss es renoviert und saniert werden, zum andern stehen für die einzelnen Nutzergruppen zu wenig Wasserflächen zur Verfügung.

Uster braucht ein grösseres Hallenbad

Durchschnittlich besuchen 600 Gäste pro Tag das Hallenbad Uster; an Spitzentagen sind es über 1’200. Für diesen Ansturm reicht das Platzangebot nicht mehr aus. Weiter entspricht der sehr kleine Kleinkinderbereich nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Die Einführung des Schulschwimmens hat den Schwimmbetrieb für die übrige Bevölkerung eingeschränkt, und mit dem vorgesehenen Ausbau des Schulschwimmens werden die Kapazitäten für die Bevölkerung noch knapper.

Auch der Schwimmclub Uster Wallisellen (SCUW) stösst an die Kapazitätsgrenzen des regionalen Leistungszentrums Uster. Wegen nicht ausreichender Trainingskapazitäten muss der SCUW regelmässig Beitrittsgesuche ablehnen. Mittlerweile umfasst die Warteliste 150 Nachwuchsschwimmer/innen. Zudem schränkt das fehlende 50-Meter-Becken die Trainings- und Wettkampfaktivitäten ein.

Uster ist der geeignete Standort für ein Nationales Schwimmsportzentrum

Von Seiten des Schweizerischen Schwimmverbandes (SSF) besteht seit Jahren der Wunsch nach einem Nationalen Schwimmsportzentrum in der Deutschschweiz. Der SSF bevorzugt den Standort Uster aus verschiedenen Gründen: zum einen ist der SCUW der grösste und erfolgreichste Schwimmclub der Schweiz. Zum zweiten sind mehrere Top- Clubs der Sportarten Synchronschwimmen und Wasserball in der Region angesiedelt. Für den Standort Uster spricht auch die Tatsache, dass bereits heute ein Drittel der in Uster trainierenden Sportler/innen von auswärts kommen. Schliesslich ist der Grossraum Zürich mit ETH, Uni, Fachhochschulen, Lehrstellen und einem grossen kulturellen Angebot schweizweit attraktiv.

Uster präsentiert ein überzeugendes Projekt

Auf Grund dieser Ausgangslage hat die Stadt Uster ein Projekt erstellt. Es umfasst einen Neubau mit zwei Becken sowie die Sanierung des bestehenden Bades.
Der Neubau ist als einfacher, funktionaler und damit preiswerter Bau geplant, der sich an den modernsten Vorgaben bezüglich Energie-Effizienz orientiert. Vorgesehen sind ein 50 Meter-Becken, ein Becken für Synchron-Schwimmen und Wasserball sowie Tribünen und diverse Nebenräume. Die Anlage für Synchron-Schwimmen und Wasserball eignet sich dank dem zweiteiligen Hubboden besonders gut für das Schulschwimmen. Schliesslich wird auch ein Trainingspool (Gegenstromschwimmanlage) mit Video für Stilstudien und Ausdauertraining erstellt.

Bei der Erneuerung des bestehenden Bades wird eine massvolle Attraktivitätssteigerung ins Auge gefasst. Die Sanierung der Garderoben und der sanitären Anlagen, die Erweiterung des Kleinkinderbereiches, die Neukonzeption des Eingangs- und Verpflegungsbereichs sowie das Erstellen einer einfachen Wellness-Zone entsprechen den Kunden-Bedürfnissen an eine moderne Bade-Anlage.

Es ist vorgesehen, zuerst den Neubau zu erstellen und danach die Sanierung des bestehenden Traktes durchzuführen. So ist gewährleistet, dass der Hallenbad-Betrieb nur kurze Zeit eingestellt werden muss.

Für den Ausbau und die Renovation des Hallenbades samt Integration des Nationalen Schwimmsportzentrums wurden rund 17 Mio. Franken in die Investitionsrechnung der Stadt Uster für die Jahre 2010 bis 2012 eingestellt. Dieser Betrag entspricht einer Kostenschätzung mit einer Bandbreite von +/- 20 Prozent. Es kann mit Subventionen seitens Bundesamt für Sport, Swiss Olympic, SSF und Kanton gerechnet werden. Die Details sind derzeit in Abklärung. Was die Betriebskosten angeht, so dürften die höheren Ausgaben durch zusätzliche Einnahmen sowie durch Synergienutzungen mit dem bestehenden Bad soweit

Zahlreiche Vorteile für Uster

Das so konzipierte Hallenbad mit integriertem Nationalem Schwimmsportzentrum ist dank der Kapazitäts- und Attraktivitätssteigerung in der Lage, die vielfältigen Bedürfnisse der verschiedenen Benutzergruppen optimal abzudecken. Die vorgesehene Belegung durch Trainings- und Wettkampfaktivitäten beträgt weniger als 50 Prozent. Damit wird ein weitaus grösseres Kapazitätsangebot für die Öffentlichkeit geschaffen. Dies bedeutet, dass insbesondere das Schulschwimmen den Erfordernissen entsprechend ausgebaut werden kann. Im weiteren lässt sich durch die Zweiteilung des Bades künftig der Badebetrieb auch während gleichzeitig stattfindender Anlässe aufrecht erhalten und eine Schliessung des gesamten Bades für die Öffentlichkeit – wie sie heute regelmässig vorkommt – kommt nicht mehr vor.

Die Erweiterung des Hallenbades zum Nationalen Schwimmsportzentrum mit nationaler, vielleicht sogar internationales Ausstrahlung, stellt für die Stadt Uster zweifellos einen Imagegewinn dar. Weiter dürfte ein solches Sportzentrum auch von wirtschaftlicher Bedeutung sein, werden doch in der Folge diverse Dienstleistungen – Unterkunft, Verpflegung, Unterhaltung – nachgefragt. Schliesslich verleiht erfahrungsgemäss der Leistungssport dem Breitensport einen nachhaltigen Schub.

Alles in allem dürfte das Projekt deutlich zur Attraktivität und Lebensqualität in der Stadt Uster beitragen – was nicht zuletzt auch der Strategie des Stadtrates entspricht.

Statements zu Gunsten eines Nationalen Schwimmsportzentrums in Uster

Hans Babst, Stv. Direktor Swiss Olympic

«In der Schweiz fehlt nach wie vor ein Nationales Schwimmsportzentrum und verschiedene Anläufe sind leider immer wieder gescheitert. Die Realisation eines solchen Zentrums wäre für die weitere Entwicklung der Basissportart Schwimmen ein entscheidender Schritt. Swiss Olympic begrüsst daher die diesbezügliche Initiative und ist gerne bereit, ein vom Schweizerischen Schwimmverband getragenes Projekt zu prüfen. Mit der in Uster bereits geschaffenen Swiss Olympic Partner School KuSS ZO würden durch ein Schwimmsportzentrum auch für junge Sporttalente sehr gute Voraussetzungen geschaffen.»

Urs Schmidig, Leiter Fachstelle Sport Kanton Zürich

«Aufgrund der zurzeit vorliegenden Informationen handelt es sich für den Kanton um ein interessantes Projekt. Zum einen ist das Hallenbad Buchholz in Uster eine Anlage, die im Katalog des kantonalen Sportanlagenkonzepts aufgeführt ist. Bauvorhaben an solchen Anlagen werden mit Geldern aus dem kantonalen Sportfonds unterstützt, sofern die massgeblichen Voraussetzungen und Kriterien für eine Betragssprechung erfüllt sind. Gemäss aktueller Praxis käme ein Betrag von maximal 10 Prozent der anrechenbaren Investitionskosten in Frage. Zudem soll im ausgebauten Hallenbad der Bevölkerung der Stadt und der Region Uster mehr Wasserfläche zur Verfügung stehen. Damit würde ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der sportlichen Aktivität breiter Bevölkerungsschichten geleistet. Schliesslich hat der leistungsorientierte Schwimmsport im Kanton Zürich eine hohe Bedeutung. Daher wird die Realisierung des Nationalen Schwimmsportzentrums auf Kantonsgebiet begrüsst. Uster ist ein geeigneter Standort. In Frage kämen auch Zürich und Winterthur.
Aus genannten Gründen würde der Kanton Zürich ein Gesuch der Stadt Uster wohlwollend prüfen.»

Matthias Remund, Direktor des Eidgenössischen Bundesamtes für Sport

Bereits im Nationalen Sportanlagenkonzept (NASAK) von 1996 ist der Bedarf für ein nationales Schwimmsportzentrum für Training und Wettkampf dokumentiert. 1998 bewilligte das Parlament im Rahmen der Kreditvorlage NASAK 1 dafür einen Kredit von 6 Mio. Franken. Weil bisher kein geeignetes Projekt zur Realisierung kam, ist dieser Kredit verfallen, jedoch 2007 mit Bundesbeschluss im Rahmen des Kredites NASAK 3 neu wieder gesprochen worden.
Das NASAK ist ein Element der Sportförderung des Bundes; es ist auf die übrigen Fördermassnahmen des Bundes und von Swissolympic abgestimmt. Ziel des NASAK ist, für die nationalen Sportverbände im Bereich Infrastruktur langfristig gute Voraussetzungen zu schaffen, einerseits durch eine landesweite Koordination, anderseits mittels Investitionsbeiträgen an einzelne ausgewählte Vorhaben, welche die NASAK-Kriterien erfüllen. Es ist dabei Aufgabe der Verbände, fundierte Bedarfsnachweise und Standortentscheide vorzulegen.
Das Bundesamt für Sport in Magglingen (BASPO) begrüsst die Initiative von Swiss Swimming und der Stadt Uster zur Schaffung eines nationalen Schwimmsportzentrums. Dementsprechend würde ein Beitragsgesuch wohlwollend geprüft.